King Charles Spaniel

mimétisme chez deux épagneuls king Charles

Der stupsnasige und muntere Zwergspaniel lebte in früheren Zeiten im aristokratischen Umfeld. Die synonyme Bezeichnung für den King Charles Spaniel ist English Toy Spaniel („Spielzeugspaniel“). Wenn sich der intelligente und anhängliche Kleinhund auch unter den Röcken englischer Hofdamen aufgehalten hatte, den Namen hat er von König Charles II, der eine Vorliebe für diese Kleinhundrasse zeigte. Da die Züchtung darauf ausgerichtet wurde, die jagdlichen Anteile weitgehend zu eliminieren, ist der King Charles Spaniel mit seiner Fröhlichkeit, Folgsamkeit und Anhänglichkeit ein idealer Gefährte für ältere Personen und Singles sowie Haushalte mit Kindern. Es gelingt diesen kleinen Hunden, die jeweilige Stimmung ihres Herrchens und Frauchens wahrzunehmen. Zusätzliche Zuneigung gewinnt der King Charles Spaniel mit dem sanften Blick seiner großen, dunklen Augen.

Geschichte und Herkunft

Das Ursprungsland des King Charles Spaniel ist Großbritannien. Ungefähr im 13. Jahrhundert gelangten seine Vorfahren, spanische und französische Stöberhunde über die europäischen Adelshäuser an die englischen Höfe. Die im Mittelalter verbreiteten Hunde waren Spaniels von kleiner Statur. Man vermutet, dass sie mit Möpsen gekreuzt wurden und die Entstehung des King Charles Spaniels wahrscheinlich auf das 17.Jahrhundert zurückgeht. Die Züchtung hatte das Ziel, Hunde von immer kleinerer Statur hervorzubringen. So eigneten sie sich hervorragend als Schoßhündchen für die Damen der höfischen Gesellschaft. Der King Charles Spaniel und der Cavalier King Charles Spaniel sind übrigens zwei unterschiedliche Rassen. Wenn sich beide Spanielformen körperlich auch nur in den Nasenvarianten unterscheiden (kurznasiger King Charles Spaniel, langnasiger Cavalier King Charles Spaniel) so handelt es sich doch um zwei verschiedene Hunderassen. Der King Charles Spaniel mit seiner kurzen Nase zählt zu den seltenen Hunderassen und und kommt auch in seinem Heimatland Großbritannien nicht häufig vor. Die heutigen King Charles Spanielformate sind wieder etwas größer. Der King Charles Spaniel ist trotz seines zarten Wesens ein robuster Hund und weist weniger Erbkrankheiten auf als andere Kleinhunde auf. Seine Lebenserwartung liegt bei ca. 12 Jahren.

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Erscheinungsbild

Der King Charles Spaniel zählt mit einer Schulterhöhe von 26 bis 32 Zentimetern zu den Kleinhunden. Der Oberkopf ist charakteristisch gewölbt und das Fell ist etwas länger, mit weichen Haaren. Seine Gesamterscheinung ist eine Mischung aus niedlich und elegant. Die Fellfarben kommen in einigen Varianten vor, wie z.B. weißer Grund mit schwarzen und lohfarbenen Abzeichen schwarz, schwarz mit roten Abzeichen oder kastanienrot. Die schwarzen Haare sind glänzend. Das Gewicht liegt zwischen 3,6 und 6,3 Kilogramm. Der King Charles Spaniel besitzt die FCI-Standard-Nr.128 und gehört zur Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde) und Sektion 7 (Englische Gesellschaftsspaniel).

Der King Charles Spaniel hat ein wärmendes und vereinnahmendes Wesen. Dieser kleine Hund ist die verkörperte Fröhlichkeit und Liebenswürdigkeit. Es ist erstaunlich, wie es ihm gelingt, sich auf seine Besitzer einzustellen. Er ist gleichzeitig feinfühlig und robust. Im Vergleich zu vielen seiner Artgenossen braucht er ein gehöriges Maß an Zuwendung und Zeit. Wenn es gelingt, ihn zu einem folgsamen Verhalten zu motivieren, ist er ein gehorsamer kleiner Begleiter und kein kleiner „Kläffer“. Viele seiner Besitzer schätzen, dass sich beim King Charles Spaniel die Bellfreudigkeit in Grenzen hält. Dieser Spaniel ist sehr unternehmungslustig, aber auch mit kleineren Spaziergängen zufrieden. King Charles Spaniel sind sehr treu und wechseln gar nicht gern ihre Besitzer. Was sie von ihren Vorfahren am Hofe übernommen haben, ist die Begeisterung, es sich auf Frauchens Schoß gemütlich zu machen. Fremden gegenüber zeigt der King Charles Spaniel vornehme englische Zurückhaltung.

Auslauf/Pflege

Ein King Charles Spaniel erlaubt sogar Bequemlichkeit: So munter und unternehmungslustig der King Charles Spaniel ist, sehr lauffreudig ist er nicht. Aber kleine Spaziergänge sind nach seinem Geschmack. Seiner Gesundheit zuliebe sollte man die Spaziergänge auch nicht zu kurz ausfallen lassen. Außerdem sind Auslauf, Spielen und Toben im Garten für den kleinen Hund wichtig. Der King Charles Spaniel ist sowohl ein Hund für die Stadt als auch für das Landleben. Auch eine kleine Wohnung mit entsprechend Bewegung im Freien ist ausreichend. Da dieser Spaniel sehr gesellig ist, können mehrere Hunde dieser Hunderasse gleichzeitig gehalten werden. Im Pflegefokus solten Augen und Fell behalten werden: Insgesamt ist der King Charles Spaniel pflegeleicht. Das seidig-weiche Fell sollte regelmäßig gebürstet werden. Das lange Fellhaar ist relativ robust und muss nicht aufwändig behandelt werden. Die großen, etwas hervorstehenden Augen benötigen Beobachtung und häufige Reinigung, damit sich nichts in ihnen festsetzt. Die Besitzer eines King Charles Spaniels sollten sich dessen bewusst sein, dass diese alte Hunderasse in der Vergangenheit an ein „Luxusleben“ gewöhnt wurde. Der Lohn für eine liebevolle Haltung ist die tiefe Zuneigung dieses niedlichen Gefährten.

 

Geschichte:

Der King Charles Spaniel stammt aus einem Zeitalter größter Prachtentfaltung und gelangte so zu höchsten Ehren.

Dieser kleine Hund aus der Spaniel-Familie ist auf Bildern berühmter englischer Herrscher und Aristokraten, von Künstlern wie Van Dyk, Watteau, Stubbs, Frith und Landseer, zu bewundern.

Der Urahne der King Charles Spaniels führt seinen Ursprung immerhin auf einige hundert Jahre zurück.

Anfang des 15. Jahrhunderts erfreute sich der kleine Spaniel großer Beliebtheit, denn Heinrich VIII. (1509-1547) und seine Tochter Königin Elisabeth erwählten diese prunkanmutenden Hunde zu ihren besonderen Günstlingen; ein Rang, der ihnen bis zum Sturze der Stuarts nicht mehr streitig gemacht wurde. Die Königin Maria Tudor (1553-58) besaß eine ganze Meute zu Jagdzwecken.

Weltgeschichtliche Erwähnung findet ein kleiner weiß-schwarzer King Charles Spaniel dann im Jahre 1587 bei der Hinrichtung Maria Stuarts. In den reichen Falten des Gewandes der unglücklichen Königin hatte sich das kleine, treue Tier verborgen gehalten, das nur mit Gewalt von seiner toten Herrin getrennt werden konnte.

Karl II (1660-85) schien eine ganz besondere Vorliebe für die kleinen Spaniels gehabt zu haben, und man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die Rasse schon damals regelrecht gezüchtet und der Grund für ihr heutiges Aussehen gelegt wurde.

Die Leidenschaft des Königs wurde von seiner Gemahlin, Katharina von Braganza, unterstützt, sie soll bei ihrer Verheiratung Zwergspaniels mitgebracht haben. König Karl II. verdanken diese erklärten Hofhunde ihre neue Bezeichnung, denn der königliche Hundefreund gab ihnen den Namen „King Charles“, den sie bis zum heutigen Tag für alle vier Farbenschläge tragen.

King Charles (black and tan), Ruby (kastanienbraun), Blendheim (weiß-braun), Prince Charles (Tri-Color).

In der Regierungszeit Jakob II (1685-89) gelangten die King Charles zu ihrer höchsten Glanzzeit. Der König war von seinen Lieblingen derartig begeistert, daß man ihn nie ohne eine ganze Meute dieser lebhaften, intelligenten Tiere sah. Selbst zu den königlichen Gemächern, zu Sitzungs-, Audienz- und Bankettsälen hatten sie Zutritt, überall belebte die prächtige kleine Gesellschaft das Bild.

Für uns Deutschen dürfte es überhaupt interessant sein zu wissen, daß die Hündchen ihren Namen indirekt durch Deutschland erhielten. Anläßlich des spanischen Erbfolgekrieges, der in deutschen Landen tobte, wurde am 18. März 1704 die Schlacht bei Blendheim, nahe der Donau, zwischen Ulm und Donauwörth, geschlagen.

Der siegreiche englische Feldherr, der Herzog von Marlborough, der, wie die Legende zu berichten weiß, auch während des Schlachtgetümmels stets einen kleinen Spaniel bei sich hatte, erhielt nach seiner Rückkehr nach England als Nationalgeschenk für seinen Sieg das Schloß Blendheim-House bei Woodstock verliehen. Dort übte dann der begeisterte Spanielzüchter die Zucht seiner Lieblinge aus.

Im Jahre 1885 waren zwei Dutzend King Charles Spaniels auf einer Ausstellung in England zu sehen und auch in diesem Jahr brachte der englische Toy Spaniel Club einen offiziellen Standard hervor. Bereits 1904 waren 109 Hunde auf einer Schau zu sehen.

Tatsache ist, daß King Charles Spaniel und Cavaliere in den Zwerg-Spaniels den gemeinsamen Ursprung haben und die gleichen Farbbezeichnungen.
Gegenüber den King Charles Spaniel wurde in England der Club für die Cavaliere erst im Jahre 1928 gegründet.

Der Kopf des Cavaliers zeigt gegenüber dem King Charles Spaniel ein langes Gesicht, kein Stop, fast flache Schädeldecke zwischen den Ohren. Der Cavalier ist etwas größer und schwerer als der King Charles Spaniel.

Es ist anzunehmen, daß ein systematisches Herauszüchten der getrennten Farbschläge erst ins 19. Jahrhundert fällt. 1892 finden wir die ersten im englischen Zuchtbuch registrierten Rubys und Prince Charles.

Einige Züchter in Deutschland und der Schweiz besaßen jedoch bereits 1886 King Charles Spaniel. Durch Herrn Stenz, Hannover, später Berlin, eines hervorragenden Rassekenners, der sich mit Begeisterung und ohne pekuniäre Opfer zu scheuen, dieser interessanten Rasse widmete, gelang die Zucht von allen vier Farbschlägen auf vorbildlicher Höhe. Alle vier Farbenspiele waren in ganz prächtigen Farben vertreten.

Bereits seit 1920 werden die King Charles Spaniel einzig in Deutschland vom „Internationalen Club für Japan-Chin, Peking-Palasthunde und King Charles Spaniel, gegründet 1920 e. V.“, im Verband für das Deutsche Hundewesen e. ., betreut.

Dieser Zwergspaniel, der in Deutschland selten geworden, ja fast ausgestorben wäre, wird Dank intensiver Bemühungen von Hobbyzüchtern des IC, wieder nach strengen und sorgfältigen Zuchtkriterien gezüchtet.

 

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